Virtual-Reality-Trainings für Mitarbeiter im Reinraum

Digitalisierung ermöglicht neue Formen des Trainings.

Es ist schon ein ungewöhnlicher Anblick, wenn Menschen mit dicken schwarzen Brillen vor den Augen seltsame Bewegungen machen. Meist handelt es sich dann um Personen, die unter den Brillen einen Bildschirm haben, auf dem eine entsprechende Landschaft abgebildet ist. In dieser Umgebung kann man sich dann bewegen. Virtuell bewegen. In der Philosophie bedeutet virtuell “der Möglichkeit nach vorhanden”. Und genau darum geht es. Die am Bildschirm sichtbare Umgebung spiegelt eine real existierende Umgebung. Und in dieser bewegen sich die Akteure.

Wieso gewinnt Virtual Reality als Trainingsmethode im Reinraum an Bedeutung?

Dazu bedarf es einer realistischen Betrachtung, was ein Training in einer echten Umgebung bedeutet. In einem Training in realer Umgebung wird jedes Fehlverhalten eine Auswirkung auf die Kontaminationsfreisetzung haben. Zudem ist es unkontrollierter. In einer virtuellen Welt lässt sich die Durchführung eines Trainings messen und sogar aufzeichnen. Es kann nachvollzogen werden, an welchen Stellen Defizite entstehen und der Operator oder die Reinigungskraft kann es bildlich nachvollziehen. Ähnlich gelingt das auch mit Videoaufzeichnungen, doch der Datenschutz verbietet in vielen Fällen derartige Aufnahmen. Um solch möglichem Ärger aus dem Wege zu gehen, ist Virtual Reality die bessere Methode. Es bedient sich zudem moderner Spieleelemente, wodurch der Spaßfaktor bei Anwendern erhöht wird und die Trainingsmaßnahme eher spielerisch wahrgenommen wird. Kritik und Fehler werden so besser aufgenommen und kommunizierbar.

Worauf Sie achten müssen

Unterschiedliche Personengruppen haben unterschiedlichen Bezug zu modernen Technologiethemen, die es zu beachten gilt:

· Altersbedingte Einschränkungen:

Licht- und Kontrastempfindlichkeit, Sehschärfe, Farbwahrnehmung, Tiefenwahrnehmung, eingeschränktes nutzbares Sehfeld, reduzierte Fähigkeit zu Multi-tasking, niedrigere Reaktionsgeschwindigkeit, nachlassende Orientierung. Es gilt zu beachten, dass nicht jede Altersgruppe offen ist für die Nutzung neuer Technologien.

· Geschlecht

Männer und Frauen haben unterschiedliche Anforderungen bei Einschleusprozessen. So könnte es in einer Virtual Reality Welt ein Problem sein, wenn männliche Figuren integriert sind. Das gilt bekanntlich nicht nur in der VR Welt, sondern auch für die tägliche Praxis. Weitere Unterschiede  könnten in der Sensibilität, dem Temperaturempfinden, der Emotionalität, der Intelligenz und der Kreativität liegen.

· Weltanschauung

In verschiedenen Ländern kann es schwierig sein, Menschen in Unterwäsche oder leicht bekleidet darzustellen. Darauf sollte auf kultureller und religiöser Ebene unbedingt Rücksicht genommen werden.

· körperliche/geistige Leistungsfähigkeit

Die Übungen sind in der realen, wie in der virtuellen Welt gleich belastend.  Wer es virtuell nicht kann, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in der realen Umgebung nicht können. Merkmale sind die mentale Fitness, die Kraft, die Schnelligkeit und die Beweglichkeit. Ebenso auf die Sprach- und Verständnisfähigkeiten.

 

Um sicher zu sein, dass die Trainingsmethode angenommen wird und Wirkung erzielt, ist es wichtig, diese Parameter im Vorfeld zu berücksichtigen. Diese brauchen nicht mit unterschiedlichen Programmen thematisiert werden, sondern vielmehr bei der Vorbereitung der Schulungsteilnehmer und dessen Heranführung an das Thema.

Sind die Teilnehmer sensibilisiert, finden sie erfahrungsgemäß schnell die Freude an dieser Trainingsmethode.

Somit ist es wichtig, dass entsprechende Trainingskonzepte gut durchdacht und vorbereitet werden.

Allerdings gibt es auch bei dieser Methode keine Garantie für 100%igen Erfolg. Es gibt bei allen Methoden Menschen, die sich nicht schulen lassen wollen. Konzertieren sollte sich jeder Verantwortliche letztlich auf die Personengruppe, die respektvoll mit einem solchen Konzept umgeht und dieses unterstützt.

Welche Vorteile bietet Virtual Reality Training?

Mit der neuartigen Trainingsmethode lassen sich deutliche Vorteile feststellen:

  • durch Nachbildung der eigenen Räumlichkeiten bleibt der tatsächliche Reinraum kontaminationsfrei
  • Mitarbeiter können spielerisch mehr dazu lernen und mehr Freude an Schulungen entwickeln
  • Leistung und Lernerfolge lassen sich digital nachvollziehen und gegebenenfalls bewerten
  • neue Mitarbeiter können außerhalb des Reinraums besser vorqualifiziert werden

Unternehmen sollten sich rechtzeitig auf moderne Schulungs- bzw. Trainingsmethoden einlassen. Dazu gehören in hohem Maße die digitalen Möglichkeiten und insbesondere das Virtual Reality Training. Die Kosten sind überschaubar und bei weitem nicht mehr so hoch, da die Technologie sich ständig weiterentwickelt und bereits viele Standardlösungen bietet.

Bleiben Sie am Ball!

Frank Duvernell